Wie viel Zuversicht verträgt Journalismus?
Shownotes
In Zeiten bewusst eingesetzter Desinformation und einer starken Fixierung auf negative Schlagzeilen kann seriös recherchierter, konstruktiver Journalismus ein wichtiger Gamechanger sein: Er schafft Mehrwert für die Menschen, stärkt Vertrauen und leistet einen Beitrag zu einer widerstandsfähigen demokratischen Gesellschaft. Dabei geht es nicht um Gefälligkeiten, sondern um die Schaffung von Transparenz in den Fällen, in denen jetzt schon nachweislich ein herausragend hohes Maß an Problemlösungen funktioniert.
Journalismus kann die Meinungsbildung der Bürgerinnen und Bürger stärken und gerade in herausfordernden Zeiten Orientierung geben – in einer Zeit, in der nicht nur unsere natürlichen Lebensgrundlagen, sondern auch demokratische Grundsätze unter Druck stehen.
Warum er dabei lösungsorientierter, perspektivenreicher und dialogischer werden sollte und welche Rolle Geschichten des Gelingens spielen, darüber diskutieren Ellen Heinrichs, Gründerin des Bonn Institute, und Reinhard Schneider, Inhaber von Werner & Mertz mit der Vertrauensmarke Frosch. Durch das Gespräch führt Zackes Brustik. Die Journalistin und politische Content Creatorin Lilian Boehme von Klartext mit Lilly wird Statements aus ihrer Perspektive zum Talk beisteuern.
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00:00:19: Es gibt vermutlich wenig, was uns Menschen auf so archage Weise miteinander verbindet wie der Hunger für Neuigkeiten.
00:00:26: Das Bedürfnis im Bild zu sein?
00:00:28: Was unsere Nachbarn da gerade so treiben in Bilder?
00:00:31: Ob es irgendwo draußen für uns etwas zu holen gibt oder ob sich hinter dem Buschstab vielleicht die nächste Betrohung zusammentraut.
00:00:39: Und um diesen Hunger zu stellen haben wir hier in Deutschland zum Glück eine wirklich vielfältige und vor allem auch freie Presse-und Medienlandschaft.
00:00:48: Nicht nur frei, sondern sie ist vor allem auch eine der vier wichtigen Säulen unserer Demokratie.
00:00:53: Wenn ich also losziehe, daraus schaue in unterschiedlichste journalistische Formate kann ich mich darauf verlassen nicht bekommen mit was los ist und das ist dann auch in der Regel richtig gut recherchiert.
00:01:03: Nur bekomme ich nicht nur mit was da los ist.
00:01:05: gerade vor allem bekomme Ich mit dass wirklich hinter fast jedem Busch sich eine Bedrohung anzubahnt scheint Und das in der Wirtschaft, in der Politik und in der Gesellschaft.
00:01:17: In der Wirtschaft ächzen die Unternehmen anscheinend gehen sie reinweise insolvent.
00:01:23: In den Politik beschäftigt uns die Wahl im Sachsen-Anhalt und beschäftigt sich an so viele Leute frustriert fühlen und die anderen zu Recht Angst bekommen.
00:01:33: Über allem drohen eine große dunkle Wolke, die jetzt schon spürbaren Auswirkungen des Klimawandels.
00:01:42: Auf meinem Teller ist das für meinen Hunger gerade ein kleines bisschen zu viel.
00:01:47: Mir fehlt dazwischen diesen ganzen Nachrichten noch die Nachricht für die Lösung, der Weg nach vorne so einen Silberstreifen am Horizont.
00:01:55: und da frage ich mich, fehlt es uns in Deutschland einfach wirklich eine Lösung oder bekommen wir einfach nur nicht mit was es da draußen gibt?
00:02:04: Und wenn wir sie nicht mitbekommen wäre das nicht eigentlich auch die Verantwortung der Medien unter Presse.
00:02:10: Genau darum soll es heute.
00:02:13: Was kann, darf oder sollte Journalismus im einzwanzigsten Jahrhundert?
00:02:18: Welchen Beitrag hätte er zu leisten für eine stabile und zukunftsfähige Demokratie.
00:02:23: Und wie kann er damit Wirkung entfalten vor allem auch angesichts des ganzen Contents der Inhalte die uns auch im Internet begegnen.
00:02:31: Ich freue mich enorm drauf heute gleich drei Menschen zu haben die ihre unterschiedlichste Perspektive darauf einbringen.
00:02:36: Und damit herzlich willkommen zur schon neunzehnten Ausgabe von die zuversichtlichen, unserem fortlaufenden Format mit Autorinnen und Experten rund um die Frage wie wir unsere Gesellschaft und Wirtschaft zukunftsfähig aufstellen können.
00:02:51: Mein Name ist Markus Brustig und ich freue mich auf unsere Bühngäste heute.
00:02:55: Mit mir, auf der Bühne Ellen Heinrichs!
00:02:59: Nicht nur preisgegründete Journalisten sondern vor allem auch Gründerinnen des Bonn Instituts dass sich dem Journalismus und dem konstruktiven Dialog widmet.
00:03:07: sie ist außerdem auch Autorin von Büchern und zahlreichen Studien und Macheren des Be-Future Festivals.
00:03:14: Schön dich dabei zu haben.
00:03:15: herzlich willkommen in Mainz.
00:03:16: Danke für die Einladung
00:03:22: Ebenfalls mit uns auf der Bühne als Gastgeber Reinhard Schneider.
00:03:26: Inhaber von Werner und Merz, Autor des Buches Die Ablenkungsfalle die versteckten Tricks der Ökologiebremser aber hat natürlich als Unternehmer auch sechsundzwanzig Jahre Erfahrung in der Kommunikation Mit den Kunden und Kundinnen oder der Öffentlichkeit.
00:03:40: schön nicht wieder zu sehen.
00:03:48: Jetzt hat sich natürlich auch unser Event hinter dem Event, nämlich unser Studiopublikum richtig entwickelt.
00:03:53: Wir haben ja immer wieder spannende Köpfe und MacherInnen vor Ort!
00:03:56: Das letzte Mal durften wir in der ersten Reihe den Wirtschaftsminister begrüßen.
00:04:00: Dieses mal haben wir auch einen Kopf, den wir euch nicht vorenthalten wollen weil sie wirklich ihre Perspektive auf das Thema hat, nämlich die gelernte Journalistin und jetzt politische Content-Creatorin Lilian Böhme bekannt für ihr sehr erfolgreiches Short-Format, Klartext mit Lilly.
00:04:16: Damit erreicht sie wirklich Millionen!
00:04:18: Aber sie kennt auch so das Klein-Klein der zwischenmenschlichen politischen Kommunikation aus dem Alltag als Gemeinderät in der Grünen in Stanberg und wir werden den Ball immer mal wieder auch zu ihr spielen.
00:04:30: Ich freue mich, danke!
00:04:36: Ich würde sagen Wir steigen ein.
00:04:39: ich habe es gerade gesagt Ellen du hast ja das Institut gegründet dass sich explizit im konstruktiven Journalismus verschrieben hat.
00:04:46: Warum bewegt dich das Thema konstruktiver Journalismus so?
00:04:51: Gerade auch wenn wir rausschauen auf die Herausforderungen in unserem Land.
00:04:55: Und was ist dann Journalismus, wenn ihm das Konstruktive noch fehlt?
00:05:01: Ich komme ja tatsächlich aus der Innovationsecco im Journalismus.
00:05:04: Also ich habe einen Innovationsbereich geleitet und wir haben uns über viele Jahre mit technischen Innovationen beschäftigt, mit neuen Plattformen, mit Technologien, mit KI – und ich habe mich irgendwann gefragt Ist das eigentlich wirklich die Herausforderung, die wir bewältigen müssen im Zuge der Digitalisierung aber auch angesichts dessen dass sich die Welt rasant verändert?
00:05:26: Ich habe dann angefangen bisschen zu recherchieren und Studien gefunden.
00:05:31: Da ging es erstmalig um Nachrichtenvermeidungen.
00:05:35: Seit ich mich da erst mal vor ungefähr zehn Jahren angefangen hat mit zu beschäftigen ist also die Anzahl der Deutschen, die von sich sagen, dass sie die Nachrichten vermeiden auf über siebzig Prozent gestiegen.
00:05:47: Ja, also Menschen denen ist so geht wie dir denn die meisten wenn man sie fragt warum tust du das?
00:05:54: Die sagen es ist mir zu negativ und dass auch zu viel.
00:05:59: Jüngere sagen auch ganz oft Es stachelt Streit in der Gesellschaft an und ich möchte mich davon fernhalten.
00:06:08: Man kann den Menschen das nicht, und das tue ich auch absolut nicht zum Vorwurf machen.
00:06:12: Was die machen ist eigentlich eine gute Psychohygiene.
00:06:16: Die passen gut auf sich auf!
00:06:18: Man müsste die Frage eben andersrum stellen, dachte ich mir damals.
00:06:21: Also wie kann eigentlich Journalismus um in deinem Bild von der Ernährung zu bleiben?
00:06:26: Wie können Journalismus dazu beitragen dass wir uns gesünder mit Nachrichten informieren?
00:06:31: denn es ist wichtig das Wir-Nachrichten auch zur Kenntnis nehmen Denn wir leben in einer Demokratie und wir sollen ja alle auch Informierte Wahlentscheidungen treffen.
00:06:40: Das heißt die frage Ist wirklich eine sehr sehr ernsthafte Animierungsbranche tatsächlich die vierte Säule der Demokratie zu sein ernsthaft in diesen Zeiten umsetzen.
00:06:55: Denn eine Säuble, die trägt etwas bei – was kann Journalismus also beitragen?
00:07:01: Und genau für diese Frage und auch für deren Umsetzung habe ich das Boninstitut gegründet Und da arbeiten wir mit Redaktionen daran, eben lösungsorientierter vorzugehen, perspektivenreicher und auch dialogischer.
00:07:18: Wir tauchen gleich noch mal ein, wie das genau aussieht und vor allem auch warum die Notwendigkeit wirklich spürbar ist.
00:07:25: Aber gerade beim Spürbahnrhein hat unternehmerisch ... Das beschäftigt uns immer wieder.
00:07:30: Uns scheinen die schlechten Nachrichten nicht auszugehen von Ausgabe zu Ausgabem von den Zuversichtlichen.
00:07:36: Unser Job rechtfertigt sich konstant mit dem Thema die Zuversichtlichen.
00:07:43: Ich habe oft den Eindruck, dass die Stimmung schlechter ist als es sein müsste.
00:07:47: Also wenn man dann schaut, irgendwie Wirtschaftszahlen.
00:07:49: Manchmal sieht es gar nicht so schlecht
00:07:50: aus?
00:07:51: Ja ich habe mich auch gefragt woher das eigentlich kommt weil die meisten Leute haben ja gefühlt eine Übersättigung an schlechten Nachrichten und ziehen sich dann auch zurück.
00:07:58: aber vielleicht hat das auch damit zu tun.
00:08:01: dass ist zumindest lange Zeit so warm Das für Einzelne das quasi schon was Tröstliches hat ein Benchmark nach unten stattzufinden oder zu suchen.
00:08:13: Das kennt man vielleicht so aus der Schule wenn man irgendwie mal eine Vier in Dateien geschrieben hat.
00:08:20: Man möchte sich nicht so mit beschäftigen, dass der Klassendurchschnitt eigentlich zwei bis drei war.
00:08:25: Sondern man erzählt dann zu Hause ... Moment mal!
00:08:27: Ich hab vielleicht ne Vier, aber ich kenne den und den und die haben
00:08:30: alle ne
00:08:31: Fünf geschrieben.
00:08:32: Da gibt's den einen, der hat nix gekonnt, der ist beim Spicken erwischt worden und war sauer und ist rausgegangen.
00:08:38: Der hatte ne
00:08:38: Sechs bekommen
00:08:40: im Vergleich dazu.
00:08:42: Bitte ja vier schon ganz okay?
00:08:44: Oder ... Man will jetzt auch keine konkreten Sender nennen.
00:08:49: Mit aktuellen Formaten, aber so in den Neunzigern gab es auch Vormittagstalkshows bei manchen Sendern wo man dann sich anhören könnte wie Familienmitglieder sich wüst beschimpfen oder prekäre Situationen beschrieben werden.
00:09:08: Mein Bruder ist gleichzeitig mein Onkel und ich bin stolz drauf.
00:09:11: Wer guckt sowas an?
00:09:12: Wozu?
00:09:14: Und da hat man vielleicht das Gefühl gehabt, okay auch wenn man selber jetzt nicht in einer optimalen Situation ist.
00:09:21: Wenn es gerade nicht gut läuft im meinem eigenen Rückzugsraum bin ich doch eigentlich noch relativ stabil und geordnet unterwegs also eigentlich kann es noch nicht ganz so schlimm sein, gefühlt.
00:09:35: Obwohl man natürlich sagt ja alles herum ist irgendwie ganz ganz schrecklich.
00:09:38: und in diesem Rückzugsraum den privaten wenn man dann dort auch nach Benchmarking sucht vielleicht dem Privaten ja und auch mal im Positiven findet man ja heutzutage manchmal auch über inszeniertes also irgendwelche tollen Berichte von Freunden Selfies wie sie die Freude ihres Lebens gerade haben mit ganz vielen Freunden und so weiter.
00:09:57: Und super ausschauen, irgendwie nochmal drei Filter drüber gegeben auch noch damit es noch mal richtig strahlend aussieht.
00:10:03: Obwohl die vorher- und nachher gar nicht so viel Spaß hatten sondern nur die Mundwinkel im Moment des Auslösertrückens hochgezogen haben.
00:10:09: Das macht natürlich schwierig dann irgendwie zu sagen ja nach oben habe ich aber auch einen weiten Weg.
00:10:14: also es hebt die Stimmung nicht weil das eine mit dem Trost spenden das hört irgendwann auf.
00:10:23: nach oben orientieren ist auch schwierig, wenn es keine nahbaren authentischen Situationen sind die man dann heranziehen kann.
00:10:35: Ich habe ja gesagt das ist so ein archaisches Gefühl und ich glaube dass wirklich was du tießt menschliches Nachrichten zu wollen vielleicht sogar gerade auch negative Nachrichten weil darum geht auszuschließen dass sich wirklich eine ernste Bedrohung anbahnt.
00:10:48: Medien gibt's Es gibt öffentlich-rechtlichen, gewinnorientierte Medienunternehmen.
00:10:54: Ist es nicht notwendig auf negative Nachrichten zu setzen?
00:10:59: Wir sind aus dem Zweiten Weltkrieg rausgegangen mit diesem Gefühl.
00:11:02: Beim nächsten Mal müssen wir genauer hinschauen!
00:11:05: gerade für Journalistinnen und Journalisten.
00:11:06: Wir müssen sagen, was ist?
00:11:09: Und ich glaube diese Aufgabe tatsächlich auch genau hinzuschauen und investigativ tätig zu sein und auch Verantwortlichkeiten zu benennen und kritisch zu sein – das ist unsere Rolle!
00:11:21: Allerdings betrachten wir die Welt dann nur mit einem Auge wenn man so will.
00:11:26: Wir schauen nicht auf das wo an Lösungen gearbeitet wird, wo Dinge gelingen gerade in der Zeit, wo die Menschen sich ja auch tatsächlich bedroht fühlen.
00:11:39: Man nennt es ja jetzt gerne Poli-Krise.
00:11:41: also wir haben die Klimakrisas so genannt, wir haben Krieg in Europa und wir haben wachsende Ungleichheiten in unserer Gesellschaft und noch viel mehr was die Menschen wirklich beschäftigt und ihnen Angst macht.
00:11:52: da ist das umso wichtiger dass Journalistinnen und Journalisten sich die Aufgabe stellen eben das ganze Bild zu zeigen.
00:11:58: Ja natürlich zu zeigen wo etwas schief läuft das ist wirklich sehr wichtig und Fakten basiert, um zu recherchieren.
00:12:05: Und nochmal zu prüfen.
00:12:07: Aber eben auch Lösungen genauso anzugucken und zu sagen da ist schon ein Schritt nach vorne gegangen worden.
00:12:15: Da wird es besser!
00:12:16: Das sind sehr wichtige Infos.
00:12:19: Wenn ich kurz einhaken darf das aufnehmen darf was Reinhard gesagt hat wollen die Menschen das überhaupt?
00:12:23: Also kaufen sie die Zeitung dann noch oder denken sich so?
00:12:27: Das kann jetzt nicht ernst
00:12:28: sein.
00:12:28: Ja, das ist eine wichtige Frage denn ganz lange hieß es ja Bad News or Good News.
00:12:33: Das kam daher, dass nämlich den Zeitungsjungen wurden sozusagen die Zeitung aus der Hand gerissen wenn sie geschrien haben Kriegsausgebrochen in Europa oder so.
00:12:43: Das heißt also, das war richtig gut fürs Geschäft und so ist es sehr lange auch geblieben.
00:12:48: Dass schlechte Nachrichten gut für's Geschäft waren, also auch in der digitalen Welt weil natürlich die Monetarisierung von Medien sehr lange über Reichweite lief, also da wurde dann Werbung mit ausgespielt.
00:13:02: Also jedes mal wenn du auf eine Webseite geklickt hast, hast du Werbung bekommen konnte man auch verdienen als Verlag.
00:13:08: das hat zu dieser Klickbatisierung dann auch geführt.
00:13:12: Heute ist das ein bisschen anders, vielleicht kommen wir dann noch drauf.
00:13:15: Also heute kann man tatsächlich mit lösungsorientierten Inhalten auch Geld verdienen und zunehmend gehen auch Verlage zum Glück davon weg die Reichweite als die wichtigste Metrik zu nehmen um Erfolg im Journalismus zu messen.
00:13:33: Eine kurze Nachfrage habe ich noch weil es war wirklich wichtig und ich glaube gerade jetzt auch in diesen Wochen Du hast gesagt dass es entstanden aus unserer Erfahrung Gerade jetzt im Dritten Reich, im Nachgang wirklich zu sagen was ist.
00:13:45: Da nicht vor Rekt zurückzuschrecken!
00:13:47: Gerade scheint uns das ja nicht zu helfen.
00:13:49: Also was wäre die Antwort oder das Pondant zum sagen, was ist?
00:13:53: Was uns wirklich hilft aus diesem Schleimassel zu kommen?
00:13:54: Ja tatsächlich also wir leben in einer ganz anderen Gesellschaft heute.
00:13:58: Die ist zb sehr viel vielfältiger und es gibt sehr viel mehr unterschiedliche Perspektiven in unserer Gesellschaft In allen Bereichen.
00:14:08: Und deswegen muss Journalismus eben heute Nicht nur sagen was ist sondern wir müssen sehr viel hören was ist.
00:14:15: Also sehr viel stärker zuhören, was die Menschen wirklich bewegt.
00:14:19: dabei muss man sich ja auch vor Augen führen in den Redaktionen sitzen Menschen, die sind ehrlicherweise sich alle recht ähnlich.
00:14:26: Ja sie haben alle eine Art und Weise.
00:14:29: Das ist jetzt grob vereinfacht, aber ich denke es ist zulässig auf die Welt zu schauen.
00:14:33: Das heißt umso wichtiger ist es unseren eigenen Blick als Journalisten auch herauszufordern und zu sagen könnte man das vielleicht auch ganz anders sehen und bewusst sich mit anderen Perspektiven zu konfrontieren damit eben diese anderen Perspectiven auch Einfluss finden in die Berichterstattung.
00:14:49: weil wenn wir das nicht tun gibt es ganz große Teile unserer Bevölkerung die fühlen sich nicht gesehen und nicht gehört.
00:14:55: Und jemand, der immer übersehen wird und überhört wird – was passiert mit dem?
00:15:01: Man wird wütend oder man zieht sich zurück und beides ist nicht gut für unser demokratisches
00:15:06: Zusammenleben.".
00:15:15: Ich formuliere das für mich wirklich gerade nochmal mit diesem Thema um, was glaube ich ganz viele beschäftigt.
00:15:18: Das heißt es ist nicht nur die Haltung zu bewahren, zu sagen nie wieder is jetzt sondern nie wieder ist jetzt und dafür hole ich dich ab!
00:15:28: und höre zu warum du noch nicht quasi dahinter stehst.
00:15:32: Das ist so ein Und, das fehlt uns wahrscheinlich.
00:15:34: Ja das ist ein ganz wichtiges.
00:15:36: also Journalisten die lieben das Wort Aber und ich sag immer sagt lieber Und und ist so'n wichtiges Wort.
00:15:43: Reinhard was bedeutet es bei dir jetzt auch aus der Wirtschaft raus?
00:15:46: Ich meine könnte man ja sagen wir haben eine schlechte Kundenzentrierung heißt er immer auf den Englisch Customer Centricity.
00:15:54: Das heißt, wir knallen das den Leuten vor der Latz anstatt zu sagen.
00:15:57: Wie kriegen wir sie abgeholt?
00:15:59: Was ist da die sich drauf von dir?
00:16:02: Es ist ja eigentlich etwas, was du drauf haben müsstest.
00:16:06: Ja, hören ... Hören was is und die Stakeholder und Kunden da abzuholen wo sie sind... Ist eine Notwendigkeit natürlich gerade auch wenn es um Wirtschaftsbeziehungen geht.
00:16:24: Das bedeutet aber nicht, dass man dann im Sinne einer False Balance die Kunden, die man dort oder die Stakeholder auch adressaten später vielleicht wenn es nachher um Journalismus geht.
00:16:35: Dort belassen muss wo man sie vorgefunden hat oder die Klischees dort verstärken muss.
00:16:41: Das heißt, wenn ich einen Kunden habe der zufälligerweise Alluhu-Träger ist und mir irgendwie erzählen möchte das Beste für eine Vertrauensqualitätsmarke es möglich ist, billig zu sein und sechzig Prozent Rabatt jede Woche zu geben dann kann ich ihnen ja nicht sagen du gehörst ins Sanatorium sondern musst erstmal ihn abholen und dann aber überzeugen dass es bessere Wege gibt mit einer Schnittmenge der Interessen um beide auf beiden Seiten nochmal neue Erkenntnisse zu gewinnen.
00:17:11: und deswegen die Kundenorientierung ist etwas Wichtiges für den Abholmoment, die anderen Phasen in denen man dann aber auch ein Interesse zeigt an einem eine Stringenten logischen Aufbau einer Herleitung, die zu einer neuen Erkenntnis führt.
00:17:34: Die dann nicht den alten Klischees entspricht weil Klischeeverstärkung ist eher der Job der Populisten.
00:17:40: das ist die große Herausforderung.
00:17:43: Ich finde dass es schon.
00:17:45: ich meine da schwingt ganz viel mit und das ist wirklich so.
00:17:47: Haltung das eines so wir gegen die was anderes er der Wunsch.
00:17:52: Ich finde gerade auch, wir hatten es ja vorhin.
00:17:54: Muss ich auf negative News setzen um mich durchzusetzen?
00:17:57: Da schwingt, finde ich eher wie gegen die oder so Fris oder Stürb und man sagt zu Ja aber so sind wir Menschen.
00:18:05: Andererseits ist eben eines der tiefsten menschlichen Bedürfnisse auch der Wunsch nach Kooperation.
00:18:11: Und noch bevor ich wieder zurück zu dir komme in der Wirtschaft würde mein Ehr sagen wir gegen die Oder gibt das auch Argumente
00:18:20: Wenn man das Wirtschaften als Null-Summspiel betrachtet, in dem es nur darum geht, welches Raubtier den Gar ausmacht.
00:18:29: Dann wird das zusammenleben und auch schwierig.
00:18:34: Das andere Extrem, Absprachen oder Kartelle bringt einen natürlich nicht voran.
00:18:40: Aber das berühmte Win-Win ... ist ja etwas, was sogar wissenschaftlich nachgewiesen ist.
00:18:46: Dass die Wertschöpfung durch neue Ansätze und neue Kombinationen von Ideen und Machbarkeiten eigentlich das ist, was den stärksten Antrieb gibt und der Wirtschaft auch am Nachhaltigsten dann hilft.
00:19:00: Und das herauszuarbeiten gelingt nur über einen gewissen Perspektivwechsel weil sonst hätten sie Leute das schon vorher selber erwirtschaftet oder mit anderen gemacht.
00:19:10: Das heißt diese neuen Kombinationsmöglichkeiten zu finden, das ist die Aufgabe.
00:19:22: Die eigentlich am meisten fordert wohlwissend in welcher Kommunikationssituation man sich befindet weil es gibt diese extrem kurzen Aufmerksamkeit Spannen wo man letztlich Wenn man Produkte verkaufen will, zum Beispiel diese berühmten zweieinhalb Sekunden hat um eine Message zu platzieren bevor dann irgendwo zugegriffen wird.
00:19:46: Und in zwei und halb Sekunden kann man nicht sehr viel erklären.
00:19:48: aber da muss man schauen wie kann man dort die Leute abholen bei ihren aktuellen Problemen?
00:19:54: Aber zumindest eine kleine Neugier schaffen für das Wie was dahinter steckt damit vielleicht manche sich etwas mehr interessieren Und das kann man eben schon erreichen.
00:20:05: Auch über Anmutungen, Überaufbau von Vertrauen und auch die Nennung der Alltagsprobleme.
00:20:13: Zum Beispiel bei uns ist es das Thema Abhängigkeit von Rohöl und wie man damit umgeht?
00:20:20: Das Zuspitz um Aufmerksamkeit zu bekommen, bitte korrigier mich.
00:20:24: So mein Eindruck ist klassische Medien.
00:20:27: da war es klar man hat so die Berichterstattung in der Zeitung und dann gibt's immer mal wieder auch so ein Kommentar das darf nicht mehr emotionaler sein.
00:20:32: oder spitze kommt dann vielleicht auch von der Chefredaktion.
00:20:36: jetzt mit den neuen Kanälen digital habe ich so das Gefühl gleiches Thema nicht in der Zeitung oder in der Digitalversion der Zeitungen sondern auf Social Media gleiche Personen plötzlich viel zugespitzt.
00:20:46: nochmal emotionaler und dann frage ich mich Ist das legitim, weil es eine Meinung ist?
00:20:51: Oder wie muss ich das einordnen was sich da gerade entwickelt.
00:20:55: Also das ist auch mein Eindruck dass sehr viel mehr Meinungen tatsächlich auch stattfindet insbesondere natürlich auch durch die sozialen Medien die neuen Plattformen die dazu gekommen sind wo man natürlich weiß, dass man wie Rainer sagte auch nur ganz wenig Zeit hat um die Leute zu catchen.
00:21:15: und wie catcht man sie über Emotionen.
00:21:18: Und ich habe mir auf dem Weg hierher tatsächlich nochmal den Spaß gemacht und eine KI befragt gesagt Ich möchte gerne über ein aktuelles politisches Ereignis auf Social Media berichten.
00:21:30: Wie kriege ich die maximale Reichweite?
00:21:32: Und dann sagt die KI, du setzt auf Emotionen.
00:21:34: Du könntest zum Beispiel auf Freude setzen und Zusammenhalt.
00:21:40: Dann habe ich gesagt das stimmt doch gar nicht.
00:21:42: Bestimmt sind es doch eher negative Emotion.
00:21:46: Ja, das stimmt!
00:21:47: Wut und Empörung sind die stärksten.
00:21:50: Ja, das ist ja immer so nett wenn die dann schreiben.
00:21:53: Da habe ich mich nicht ganz präzise ausgedrückt.
00:21:54: du hast recht!
00:21:56: Gut und Empörung sind die stärksten Aufmerksamkeitstreiber.
00:22:01: Und das wissen auch Journalisten.
00:22:03: und man muss dann leider sagen sie setzen halt auch auf maximale Reichweite und nicht auf sagen wir mal die ausgewogenste Form der Information.
00:22:12: Und ich weiß, Social Media ist eine Plattform.
00:22:15: Da kann man natürlich machen was man möchte.
00:22:17: Für Journalistinnen und Journalisten ist es so das von ihnen seitens der Bevölkerung und du sprachst halt über Customer Centricity.
00:22:24: also was wollen denn die Menschen von meinem Berufsstand?
00:22:26: Von den Journalisten die wollen dass sie möglichst neutral informieren.
00:22:31: Also die akzeptieren natürlich das andere Leute das auf Social media auch ganz anders machen.
00:22:36: Aber von Journalistinnen und Journalisten wünschen Sie sich möglichst neutrale Informationen.
00:22:40: Klicken sie dann trotzdem?
00:22:41: Ja, tun sie!
00:22:43: Das hat wieder sozusagen damit zu tun wie unser Gehirn funktioniert weil wir werden trotzdem getriggert wenn wir den entsprechenden Content angezeigt bekommen.
00:22:52: Und das ist so das Schwierige dass es die große Herausforderung
00:22:55: muss nachher unbedingt noch mal drauf zurückkommen ob Neutralität überhaupt noch geht.
00:22:59: ja Wenn's darum geht die Demokratie zu bewahren.
00:23:01: aber vorher würde ich gerne weil das die perfekte Vorlage ist um den Ball auch mal in Lillien erste Reihe zu spielen, wo wir es beim Zuspitzen haben.
00:23:09: Lili was ich so beobachte dann kannst du mir gleich mal sagen oder Feedbacken wie ich das sehe?
00:23:13: Es gibt zum Beispiel bei dem Springerkonzern, da gab's den Chefredakteur bei der Welt Ulf Poshard.
00:23:18: jetzt ist er... Der war auch schon immer sehr scharf unterwegs.
00:23:21: Jetzt haben sie ihn zum freiesten Mitarbeiter der Redaktion gemacht.
00:23:25: Das heißt ich würde jetzt mal vermuten er darf noch Schärfer formulieren um Reichweite zu holen.
00:23:31: Du bist ja jemand der auch Reichweiter hat Millionen Klicks mit sehr kurz formulierten Shortformaten.
00:23:37: Bist du dann sowas wie Ulf Porsche, mit umgedrehten Vorzeichen?
00:23:44: Es könnte als Kompliment verstanden werden... Ich nehme das jetzt mal so hin!
00:23:50: Ja natürlich wir machen beide Meinungsjournalismus selbstverständlich und ich habe aber durchaus unterschiedliche Voraussetzungen Weil hinter mir steht kein großer Verlag, ein sehr finanzkräftiger Verlag mit einem Vorstand mit Hang zu SMS in die Redaktion.
00:24:08: Sondern hinter mir nur ich.
00:24:13: Und dementsprechend ist es tatsächlich so dass wir natürlich in einem ähnlichen Umfeld uns bewegen.
00:24:25: aber trotzdem glaube ich, dass wir eine ganz andere Zielgruppe natürlich verfolgen.
00:24:32: Also meine Zielgruppen ist jetzt eine die sehr hinterfragt.
00:24:36: also Ich kann natürlich immer mit spitzen Thesen reingehen und ich muss die Leute auch ketschen weil es geht einen bis weiter.
00:24:44: das sind zwei Sekunden die ich tatsächlich habe.
00:24:48: aber ich glaube das Populismus oder populistischer Journalismus erst mal nichts Negatives is so lang die Fakten nicht gebeugt werden.
00:24:59: Das ist, glaub ich ...
00:25:03: Aber dann hab' ich da noch eine Frage.
00:25:05: Also du sag mal, ihr seid auf dem gleichen Parkett, ihr müsst beide große Moves machen, dass die Leute euch zugucken?
00:25:10: Aber was machst du denn anders wenn du die Aufmerksamkeit hast?
00:25:13: Also ist das so der Zweck heiligt im Mittel oder machst du wirklich auch etwas anderes?
00:25:17: Ich glaube, dass der Zwecke nicht die Mittel heilight!
00:25:19: Sondern wenn der Zwecke gut ist, muss ich seriöse Fakte haben.
00:25:26: Ich kann ne Haltung haben Aber ich darf eben nicht so vereinfachen, dass Fakten eben nicht mehr das sind was sie sind.
00:25:35: Also da fühle ich mich dem verpflichtet und es kommt auch ein bisschen aus der Zielgruppe natürlich raus die auch immer sehr hinterfragen und ich eben die meiste Zeit meiner Zeit damit verbringe zu recherchieren um tatsächlich festzusehen.
00:25:50: aber wir wollen ja Komplexität vereinfachen Wir wollen ja, dass die Leute es verstehen.
00:25:59: Aber vereinfachen und simplifizieren sind zwar völlig verschiedene Sachen.
00:26:07: Danke dir!
00:26:08: Ich komme später noch mal mit einem zweiten Ball rein hat.
00:26:13: ich glaube also digital.
00:26:14: man sagt immer man hat die sieben Sekunden das wer was lili hat um die Aufmerksamkeit zu bekommen dafür zu sorgen dass man nicht weiter scrollt.
00:26:20: und bei Ulflander sozusagen Bei dir ist es ähnlich Die leute stehen im supermarktregal eine millionartikel Und könnten auch ganz schnell den Blick nach rechts wenden und dann eben billig produziert kaufen anstatt euer Artikel oder so.
00:26:40: Ist das bei euch ähnlich von der Dynamik her?
00:26:43: Ja, aber man muss es als Normalität einfach anerkennen.
00:26:46: Eine Kommunikationssituation ist so wie sie sich nur mal darstellt die kann man sich ja nicht so wünschen und damit zu verändern wenn die Gegebenheiten halt anders sind.
00:26:58: Und die Frage ist, wie man mit der Herausforderung umgeht.
00:27:02: Wir haben die Erfahrung gemacht, dass das Wecken von Interesse und Neugier auch Informationsnachfragebedarf in Verstehensbedarf hineinzukommen, durchaus funktionieren kann.
00:27:16: Das heißt es gibt Angebote, die sind von vornherein auf Oberflächlichkeit und sehr kurze Aufmerksamkeitsspannen ausgerichtet.
00:27:28: Auch
00:27:29: Angebote, Informationsangebote die wieder in Richtung kurzfristige Triggermomente gehen und Reflexhandlungen.
00:27:40: Das heißt kauf jetzt weil jetzt gerade günstig egal ob Sinn oder nicht.
00:27:47: Und die Frage ist immer wie kann man die Leute zur langfristigen Reflektion ein Stückchen weit bewegen?
00:27:54: Weil immer von Kurzfristigkeit zu kurzfristigkeit, immer dieses Reflexhafte trägt ja nicht dazu bei dass wir größere Herausforderungen irgendwo im Ansatz besser lösen können.
00:28:06: Welche Phasen gibt es dabei?
00:28:07: Hast du auch sieben Sekunden und wenn ja wie geht's?
00:28:10: welche Phase folgt danach?
00:28:13: Es geht sicher um das Aufmerksamkeit Das heißt, gibt es irgendetwas Neues, was interessant sein könnte.
00:28:20: Dann muss es natürlich irgendein Inhalt sein der da anknüpft wo die Leute einen aktuellen Interesse oder Frage haben.
00:28:28: und dann geht's eben auch darum die Menschen so ein Stückchen zu öffnen und zu sagen okay du kannst das was wir aussagen wollen nicht einfach schon abschließen das ist nicht Platz sondern da gibts noch eine Story dahinter.
00:28:41: Und vielleicht ist es interessant und lohnt sich irgendwie, im QR-Code einzuscannen oder da mal ein bisschen tiefer zu schauen.
00:28:47: Oder einfach beim nächsten Mal vielleicht nochmal die Rückseite nur anzuschauen um dann zu gucken gibt's da weiterführende Informationen die einen auf dem Fahrt leiten der nicht die absolute Selbstverständlichkeit ist sondern eine neue Möglichkeit öffnet eine Möglichkeit bei der man nachher das Gefühl hat Das will ich öfter haben dass es gut das könnte funktionieren das das will ich jetzt permanent.
00:29:08: Und das ist so ein hereinziehen in diese Kommunikationszwiebelschalen von dem oberflächlichen Halt, und die Herausforderung ist es, dass man auf diesem ganzen Weg keine Brüche hat.
00:29:20: Keine Logikbrüche, keine Haltungsbrücher, keine Spitzkehren, sondern sich da so ein Gefühl von Authentizität, von Wahrhaftigkeit entwickelt?
00:29:29: Ganz kurz eine Nachfrage ... Wir haben noch viele Bundesländer ausstehende Wahlen.
00:29:33: Könnte ich jetzt deinen Unternehmerlogik übertragen auf Ich klingel mal beim Nachbar, der vielleicht die Welt ganz anders sieht als ich und wie würde ich das da anwenden?
00:29:44: Ich denke schon also... Die Leute dort freundlich und positiv abholen wo sie gerade sind damit das Gegenüber merkt man möchte dem anderen nicht einfach nur eins überbügeln sondern man möchte verstehen was ihn umtreibt.
00:30:04: Das ist der notwendige und richtige und faire Anfang, aber das heißt nicht dass man dann seine eigene Position aufgeben muss sondern dass man sagt okay in Anknüpfung dessen was man gut verstanden hat was kann man daraus gemeinsam entwickeln?
00:30:20: Was eine neue Perspektive aufzeigt und den Leuten Mut machen und den Spannungsmoment mitzugeben, sich ein bisschen länger als gewohnt mit der Thematik auseinanderzusetzen.
00:30:34: Ich hatte vorhin gesagt wir müssen noch mal auf das neutrale Thema zurückkommen.
00:30:38: Weil reicht es eben einfach wissenschaftsbasiert?
00:30:41: Das waren jetzt zwei Themen die ich mitgenommen habe auch von Lilly sozusagen.
00:30:43: Hauptsache dann stimmen die Fakten dass es wissenschaftspassiert.
00:30:46: Reicht das aus oder muss da mehr dazukommen?
00:30:49: Und bevor du antwortest, wir haben gerade noch die wunderbaren Ohrringe bei Ellen rausnehmen müssen.
00:30:53: Wir haben leider vorher nicht drauf geachtet dass sie mit dem Mikro kollidiert und daher gab es zwischendurch ein bisschen Absprache.
00:30:58: genau zurück.
00:30:59: also reiches Neutralität und wissenschaftsbasiert zu sein.
00:31:04: Also das ist unerlässlich, dass wir auf jeden Fall Fakten basierend richten und gleichzeitig werden die Fakte total überschätzt.
00:31:12: Wir Menschen bestehen halt aus Gehirn und aus Emotionen und im Journalismus haben wir lange geglaubt wenn wir ganz viel Fact-Checking machen und wenn wir immer alles richtig sagen dann müssen die Leute das doch endlich verstehen was sozusagen wahr ist und so.
00:31:31: Ja es funktioniert nicht.
00:31:33: Die Leute vertrauen trotzdem auch Quellen, die absolut unglaubwürdig sind.
00:31:39: Schauen wir auf Donald Trump beispielsweise.
00:31:41: Die Leute, die den Wählen vertrauen dem und gleichzeitig ist total klar dass er sehr häufig lügt.
00:31:48: Das heißt, Menschen werden nicht rein durch Fakten informiert.
00:31:53: Sondern sie funktionieren auch sehr stark über ihre Emotionen und ich glaube im Journalismus müssen wir das stärker anerkennen und deswegen ist das Zuhören halt einfach so wichtig.
00:32:03: und auch die Emotion denen einen Platz geben kann ich mir vorstellen, brauchen wir zum einen nicht eine neutrale Haltung.
00:32:13: Sondern das was wir eine alpateilige Haltung nennen.
00:32:18: Wir sind im Boninstitut Journalisten aber Ich bin auch ausgebildete Mediatoren.
00:32:23: Mediatoren Das sind Leute die helfen anderen Die in Streitsituationen stecken einfach ihre Emotionen soweit sozusagen runter zu regeln dass sie einander überhaupt hören können und dann von alleine auf Lösungen für ihre Konflikte kommen.
00:32:39: Also es sind keine Richter, und Journalistinnen und Journalisten können sich ein Teil dieses Handwerks sehr gut zu eigen machen und sagen erst mal was ist die Grundhaltung?
00:32:48: Und die Grundhaltung ist halt eine empathische Zuwendung bei professioneller Distanz und das bedeutet dass ich ein echtes Interesse habe an den Leuten wie es denen geht und was sie denken und daraus meine Berichterstattung eben auch generiere.
00:33:03: Jetzt
00:33:03: würde ich platt sagen, eine Karriere als Talkshow-Moderatorin machst du nicht mehr?
00:33:07: Ja das ist richtig!
00:33:09: Also ich halte mich fern tatsächlich weil die funktionieren.
00:33:16: ja.
00:33:16: also natürlich die Leute gucken auch bei Autoundfällen zu.
00:33:24: Also ich habe mich schon dem verschrieben, dass wir möglichst gute gesunde Informationen in unsere Gesellschaft rein tragen und ich glaube nicht das Talkshow ist da immer den allerbesten Beitrag zu leisten tatsächlich.
00:33:34: Worauf ich hinaus wollte?
00:33:35: Wie könnte sowas in der Praxis aussehen?
00:33:39: Also wo wird es sich, hast du ein Beispiel?
00:33:41: Wie das anders laufen könnte und trotzdem wirksam wäre.
00:33:43: Ja also jetzt ganz verrückt zum Beispiel!
00:33:45: Wir machen uns im Boninstitut halt viele Gedanken wie man innovativ auch mit Journalismus umgehen kann und wir haben einen Gesellschaftsspiel entwickelt.
00:33:52: da sitzt der Journalist die Journalisten als Spieleiterin am Tisch und die anderen die mit dabei sind die tauschen zu sehr wichtigen Themen wie keine Ahnung Social Media Verbot oder brauchen wir eine Werbpflicht oder was auch immer wohnen ihre eigenen Perspektiven aus und konstruktive Fragen leiten das Gespräch.
00:34:13: Und der Journalist am Tisch, der muss nicht bewerten, der Der hört einfach zu und sorgt dafür, dass alle gleichermaßen gehört wird.
00:34:24: Und dieses Spiel beispielsweise hat der hessische Rundfunk vor der Hessenwahl dieses Jahr in mehreren Städten ausprobiert und die sind überrannt worden mit Anmeldungen.
00:34:33: Die haben das hinterher gemessen.
00:34:34: wie zufrieden waren die Leute.
00:34:36: Sie haben zu vier neunzig Prozent gesagt sehr zufriedend oder sehr oder zufriedengesagt.
00:34:45: Die Spieleitung am Tisch der Journalisten gewonnen unfassbar interessante Einsichten.
00:34:50: Und dann haben die Leute hinterher zum Beispiel noch mal zu Hause besucht und Geschichten gemacht, das heißt dass unvereingenommene Zuhören kann einen unglaublich interessanten Journalismus bereichern.
00:35:00: Das finde ich mega spannend weil ich finde ich sage mal so jetzt aus meiner Außenwahrnehmung Ich bin ja selber kein Journalist.
00:35:05: Ich sag mal ganz oben auf dem Thron des Journalisten ist er der investigative Journalist und das scheint ein ganz anderes Rollenverständnis zu sein eher zu facilitieren und nur aufmerksam zuzunehmen.
00:35:18: Ein
00:35:19: zusätzliches.
00:35:19: Mir ist wichtig, dass das investigative auch seinen Platz hat aber in einer Welt, die sich verändert darf der Journalismus sich weiterentwickeln.
00:35:28: Reiner du hast zwischendurch mal genickt?
00:35:31: Ich fand das eine fantastische Beschreibung von der besten Abhol-Taktik.
00:35:38: Die Frage kommt dann noch was oder bleibt es dabei?
00:35:44: Weil wenn man die Leute abholt, dann ist natürlich schon so, dass man durchaus auf sehr unterschiedliche Behauptungen erst mal sehr empathisch und bejahend reagieren muss.
00:36:02: Und wenn Meinungen ja legitim sind, sind Faktenbehauptungen nur legitim, wenn sie auch den Faktern entsprechen.
00:36:11: Und dann besteht ja immer die Gefahr, dass dann gewisse Hoffnungsaspekte dort genannt werden, die viele einfach gut finden.
00:36:21: Ich nehme mal an wenn es um die deutsche Energiezukunft geht zum Beispiel die kalte Kernfusion schon nächste Woche oder so und irgendein Wissenschaftler soll das ja neulich irgendwie schon gefunden haben und juhu, dann das wäre doch mal was.
00:36:35: und seid ihr nicht auch der Meinung?
00:36:38: Bei der Bewertung, welche Behauptungen realistischen Fakten entsprechen muss die Wissenschaftlichkeit eine Schiedsrichter-Instanz auch noch mal in Spiel kommen.
00:36:50: Die kann
00:36:51: nicht perfekt aber besser als Meinungsträger beurteilen.
00:36:56: Sind dann die Annahmen mit den Naturgesetzen, die wir nicht ändern können, in Übereinstimmung zu bringen?
00:37:02: Funktioniert das Ganze!
00:37:04: Da würde ich mir schon wünschen ... halt in dieser nächsten Phase ein Abgleich erfolgt, vielleicht auch mit den Dingen die schon funktionieren irgendwo.
00:37:14: Und das müssen nicht nur irgendwie best-backtes Beispiele der Wirtschaft sein sondern was zum Beispiel sich als funktionierend erwiesen hat über viele Zeit ist das, was die Natur hervorgebracht hat.
00:37:28: Die Evolution heißt diese Abläufe dort, die scheinen widerspruchsarm zu sein weil sie hatten schon viele Jahre Zeit in vielen Varianten sich gut auszuprägen für uns lebende Wesen auf dem Planeten deswegen davon sich etwas abzuschauen und eine Transferleistung zu machen.
00:37:48: Wie kann ich das in die Wirtschaft übersetzen?
00:37:50: Wenn die Natur mit Kompostierung arbeitet, was könnte das in der Kreislaufwirtschaft dann im klassischen ökonomischen Bereich bedeuten?
00:38:00: Das sind solche Messinstanzen wo es sich lohnt Behauptungen wieder zu sortieren weil ansonsten wird das ein Wunschkonzert.
00:38:08: Ich
00:38:08: muss unbedingt verantworten Ich bin komplett bei dir.
00:38:14: Wir müssen zwei Dinge auseinanderhalten.
00:38:15: Das eine ist, wir alle haben in unserem Kopf immer Recht und das wirst du nicht entkräften durch die allerbesten Fakten dieser Welt.
00:38:24: D.h.,
00:38:25: wir haben das lange Zeit versucht den Leuten zu sagen aber das ist doch richtig!
00:38:28: Das ist doch faktenbasiert macht das doch?
00:38:31: Und wenn die aber die Welt ganz anders sehen dann läufst du von der Wand.
00:38:35: Und insofern ist es halt so wichtig, auch das zu tun was ich mit diesem Hörenwas ist bezeichnet habe und einfach auch mal eine ergebnisoffene Diskussion zuzulassen.
00:38:45: Aus der gar nicht zitiert wird aus der gar nie direkt berichtet wird sondern wo man einfach mal versteht warum ist das eigentlich so dass manche Menschen sich gegen manche Lösungen zum Beispiel sperren?
00:38:56: und das andere aber auch zu tun, nämlich lösungsorientiert zu berichten.
00:39:01: Und das ist für uns ein ganz wichtiger Teil unserer Arbeit – auch tatsächlich im Institut!
00:39:10: Es ja für uns mit unserem Anspruch an unser Handwerk wahnsinnig wichtig ist, dass wir auch über Lösungen Fakten basiert berichten.
00:39:18: und Journalistinnen und Journalisten denken ganz oft das geht nicht.
00:39:22: Und wir zeigen den Wege wie es aber doch geht nämlich mit dem von dir auch beschriebenen Good Practices guten Beispiele, die es ja für Problemlösungen überall auf der ganzen Welt gibt.
00:39:34: Ganz viele werden ganz oft eben über die wird ganz oft nicht berichtet weil Journalisten eben Angst davor haben als Aktivisten bezeichnet zu werden oder Schönfahrbereiter PR zu betreiben.
00:39:45: aber wenn sie die Methode anwenden die wir ihnen zeigen nämlich a erstmal zu fragen diese Lösung über die du berichten möchtest beantwortet die wirklich ein relevantes problem.
00:39:55: also das Problem muss irgendwie immer noch da sein.
00:39:58: b Was genau funktioniert an dieser Lösung?
00:40:02: Und dann aber auch was funktioniert?
00:40:04: vielleicht noch nicht, weil keine Lösung ist perfekt.
00:40:06: Das wissen wir das ist wichtig das zu benennen.
00:40:09: und dann auch zum letzten Punkt kann man die Lösung die sagen wir mal in Kopenhagen gefunden wurde oder so kann man sie nach Mainz bringen.
00:40:20: Ja, würde das funktionieren?
00:40:21: Was sind es mit der Übertragbarkeit der Lösung?
00:40:24: und dann hat man ein faktenbasiertes journalistisch handwerklich sauberes Vorgehen und kann also über Lösungen genauso fundiert berichten wie über Probleme und dass ist wahnsinnig wichtig im Hinblick auf die Wirkung auch von Journalismus und Berichterstattung auf unserer Gesellschaft.
00:40:40: weil dann kann nämlich auch Zuversicht wachsen Wenn man erst mal erfährt, wer an Lösungen arbeitet und man akzeptiert aus dem eigenen Erleben heraus immer, dass keine Lösung perfekt sein muss.
00:40:52: Aber überhaupt davon zu erfahren ist so wichtig!
00:41:00: Da höre ich jetzt noch mal einen anderen Aspekt raus.
00:41:01: Im Anfang hatten wir es ja warum quasi die negativen Nachrichten überwiegen und da hatte schon zwei Sachen mitgenommen, dass manche vielleicht denken das verkauft sich besser dann reißt einem jemand quasi die Zeitung aus der Hand.
00:41:12: Der andere Aspekt war dieses sagen was ist vor allem eben klar zu benennen?
00:41:17: ein dritter Aspekt nicht jetzt heraushören ist, dass Redaktionen vielleicht Angst haben, dass wenn sie die Lösung hier aus dem gleichen Land benennen, dass sie dann als nicht mehr unabhängig wahrgenommen werden, dann suche ich mir halt etwas aus Südkorea Und dann habe ich das Gefühl, ja in Südkorea läuft es aber bei uns in Deutschland ist alles Mist und dann entsteht diese schlechte Stimmung.
00:41:35: Das ist das was ihr quasi adressiert.
00:41:37: Also dass mit Süd Korea nicht?
00:41:41: Aber ja, ich habe den Eindruck.
00:41:43: Wenn Lösungsberichterstattung stattfindet, dann kommt hier aus Helsinki oder Korp Magen und so ist es ja nun nicht.
00:41:49: Also manchmal auch Paris aber so ist das halt auch nicht.
00:41:52: Auch in Deutschland werden an vielen Stellen richtig tolle Lösungsansätze oder auf funktionierende Lösungen bereits entwickelt Und ich hab ein Verständnis dafür dass Journalisten sehr darum bemüht sind eben auch handwerklich sauber zu arbeiten und dann ist halt einfacher, was zu kritisieren als was gut zu finden.
00:42:13: Aber wenn man das in den beschriebenen Schritten macht... Dann ist man handwerklich wahnsinnig sauber und dann macht man aus meiner Sicht einen besseren Job.
00:42:22: Weil du halt das ganze Bild zeichnest, ne?
00:42:25: Mir
00:42:25: es aufgefallen rein hat, hatte ich einfach sehr lange reden lassen uns zufrieden genickt weil ich glaube das ist ein Thema was er hier schon ein paar mal angesprochen hat dass gute Lösungen aus Deutschland zu selten in einem positiven Licht dargestellt werden und dann immer darauf verwiesen wird ihr könnt euch ja die Werbung kaufen.
00:42:42: Ich hab da auch noch keine Lösung parat, wie man das ändern könnte.
00:42:46: Weil ich hab Journalisten erlebt.
00:42:49: Sogar relativ hochrangige auch von öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern die gesagt haben, wow nachdem wir jetzt alles so gesehen haben sogar ein Werksführung ... Eigentlich wär das super spannend sowas mal zu berichten.
00:43:02: aber das kriege ich bei meinem Gremium und meinen Chefredakteuren Und selbst dort, wenn das ist ... Dann krieg ich das über Medienrat auf Dauer nicht durch.
00:43:12: Schade eigentlich!
00:43:13: Weil wenn es jetzt bei euch brennen würde, dann wären wir sofort da und zwar mit Einblendung des kompletten Namens ja?
00:43:18: Und aller Logos
00:43:19: usw.,
00:43:20: Skandal-Skandal hoch, hoch, oder nicht Skandal aber zumindest Sensationen.
00:43:26: Das zu drehen ist eine schwierige Sache, weil man müsste halt trennen was ist Schleichwerbung Was ist Werbung und was ist redaktionelle Berichterstattung?
00:43:38: Und vielleicht müsste man mal regeln, entwickeln wie man die Schleichwerbung von der redaktionen Berichterstattung tatsächlich sauber trennen kann.
00:43:47: Ohne dass man totschweigen muss das im eigenen Land super Positivwahlspiele existieren.
00:43:53: Jetzt gibt's eine Sache auf die wir dich zurückkommen.
00:43:59: da hat es ja vorhin gesagt Man kann Formate entwickeln, Spiele oder gleich mal die Leute zusammenkommen.
00:44:04: Wo es ein vertrauensvoller Raum ist wo man nicht direkt raus zitiert und darüber berichtet hat mich auch dran erinnert dass in Deutschland weit super viele Räte Bürgerräte gibt in vielen Städten wo sie wirklich wunderbar funktionieren wo aus allen Parteien zufällig zusammen gewürfelt Wählende zusammen kommen Die beschließen sich Sachen würde sich keine Partei trauen das durchzuwinken weil das so radikal ist.
00:44:28: Das ist die eine Ebene Und das kann ich mir gut vorstellen, dass da super funktioniert.
00:44:32: Aber wie überträgt man das jetzt in der Talkshow?
00:44:35: Um noch mal darauf zurückzukommen ... Weil wir haben die Wahl im Sachsen-Anhalt, wie sie ist.
00:44:40: Das heißt, danach werden auch die Talkshows besetzt.
00:44:45: und wie gehe ich so eine allparteiliche Moderationshaltung an wo ich eine Handvoll demokratische Parteien und einen nichtdemokratischen Partei habe.
00:44:55: Da finde ich immer noch allparteilig.
00:44:57: Ich finde dieses Talkshow-Thema, das wird jetzt wahrscheinlich in den Rahmen springen.
00:45:01: Aber es ist wahnsinnig schwierig und ich habe den Eindruck wir müssen die politischen Debattenformate wirklich nochmal neu denken.
00:45:09: Denn sie sind ja erfunden worden zu einer Zeit als man mehr oder weniger davon ausgehen konnte, wird vielleicht mal ein bisschen angegeben oder auch megamäßig übertrieben oder so, vielleicht auch mal ein wenig gelogen.
00:45:20: aber es wird nicht permanent gelogen um sich die Balken biegen.
00:45:27: Diese Formate kommen komplett an ihre Grenzen der Zeit.
00:45:31: der Anstand in der Sendung absolut häufig sozusagen zu wünschen übrig lässt und man nur noch meine Tochter, die sagt irgendwann mal, warum guckst du dir das eigentlich an?
00:45:40: Die schreien doch nur.
00:45:42: Und so ist es ja auch.
00:45:44: Der wirkliche Mehrwert und gerade wenn man auf die öffentlich-rechtlichen schaut sind sie ja aufgerufen dafür bekommen Sie ja auch die Gebühren einen Mehrwert zu erzeugen.
00:45:55: Ich würde wirklich kritisch die Frage stellen bei politischen Live Talk Shows Wie weit ist dieser Mehrwert immer gegeben?
00:46:02: Oder muss man nicht nochmal neu überlegen, ob es da nicht zeitgemäßere Formate gibt die zu dem passen was wir politisch auch derzeit erleben.
00:46:17: Komm ich auch gleich noch mal drauf zurück, aber wieder ein perfekter Ball in die erste Reihe zu Lilly und ich sehe wer dich rübergebe.
00:46:23: Wir haben auch schon sieben Fragen offen im Chat.
00:46:26: wie immer werden wir am Schluss uns fünf bis zehn Minuten Zeit nehmen die chat fragen durchzugehen.
00:46:29: also schicken Sie Fragen tippen sie dir rein.
00:46:32: die kommen dann nachher bei mir aufs iPad.
00:46:35: Lilly das man kann eigentlich auch miteinander reden ohne zu schreien oder?
00:46:38: Ich habe vorhin gesagt du bist politisch klar positioniert in der progressiven Ecke als gemeinerätin bist du bei den grünen.
00:46:45: Trotzdem bist du mit einem anderen Online-Creator zusammen, nämlich dem CDU-Opa.
00:46:51: Dieter Brehmann auch ein Lokalpolitiker.
00:46:53: Und ihr seid auch mit einem gemeinsamen Talkverband recht erfolgreich!
00:46:56: Wie kriegt ihr das hin?
00:46:57: Ich
00:46:57: möchte den Gerüchten kurz Einhalt gebieten – ich bin nicht mit ihm zusammen!
00:47:03: Wir machen einen Podcast genau progressiv, trifft Konservativ und ... Das ist ein Format, das für mich sehr wichtig ist.
00:47:15: Weil ich eben auch gemerkt habe dass die Diskussion so verrot und dieses Format zeigt einfach, dass wir miteinander reden können unterschiedlich sein können.
00:47:33: Wir müssen auch nicht immer einer Meinung sein, überhaupt nicht.
00:47:36: Darum geht es ja in der Demokratie.
00:47:37: aber wir können immer noch sagen der andere ist ein Mensch und wir gehen in diese Diskussionen immer auch rein mit der Überzeugung dass der Andere auch recht haben könnte muss nicht sein.
00:47:51: das heißt auch nicht dass ich konservativ werde oder er progressiv wird sondern das heißt einfach dass wir versuchen um die besten Lösungen zu ringen und vielleicht auch Lösungen zu zeigen.
00:48:03: Und das ist etwas, was in der generellen politischen Debatte glaube ich viel zu kurz kommt und dass ein Gespräch zwischen Parteien – in Großbritannien hat man dazu Studien gemacht oder auch in den USA – wenn sich die beiden doch gegensätzlichen Parteien treffen lässt danach die Polarisierung nach.
00:48:30: Und ich glaube, das ist ganz wichtig und das ist das was wir auch immer wieder mit antreten dass wir sagen man kann miteinander reden und es sollten wir als Demokraten auch.
00:48:46: Danke dir!
00:48:48: Was gibt es denn handwerklich auch beim Journalismus damit man mehr Gemeinsamkeiten entdeckt?
00:48:53: Also das Wichtigste neben dem Zuhören was man tatsächlich auch üben muss und was derzeit noch nicht standardmäßig Bestandteil der journalistischen Ausbildung ist, was ich total interessant finde.
00:49:05: Ist das zweite natürlich Fragen stellen und als Journalistin habe ich gelernt harte Fragen zu stellen, investigative Fragen die die Menschen vielleicht auch ein Stück weit unter Druck setzen.
00:49:19: und Ich würde sagen hinzufügen müssen wir dringend fragen nach der Zukunft Nach gutem Gelingen und auch nach Gemeinsamkeiten die auf Lösungen und Möglichkeitenräume einzahlen.
00:49:33: All dieses Handwerk gibt es allerdings noch nicht so weit verbreitet im Journalismus, das ist tatsächlich ja ein großer Teil unserer Arbeit in Bonn-Institut.
00:49:41: Heißt es nicht aber immer so als Journalist?
00:49:43: Ist man richtig gut wenn man die schwierigen Fragen an den Politiker richtet?
00:49:47: Ja, ist total witzig weil schon bei unserer Eröffnung sagte mir ein Anwesender Staatssekretär Die schwierigsten Fragen sind informierte, lösungsorientierte Fragen.
00:49:57: Denn wenn ich darauf verweisen kann auf ein Good Practice und sage Hören Sie mal in der Nachbarkommune da sind Die Innenstadt ist die Innenstadt gar nicht so leer wie bei uns und das liegt daran, dass sie gezielt gefördert haben.
00:50:12: Dass da auch Menschen leben und es vielleicht öffentliche Aufenthaltsmöglichkeiten gibt.
00:50:19: Warum machen wir das nicht bei uns?
00:50:20: Dann ist das eine wahnsinnig unbequeme Frage weil die Nachbarstadt ist möglicherweise uns sehr ähnlich hat vielleicht auch wenig Geld usw.
00:50:28: Und sofort und die haben Sinn gekriegt.
00:50:31: Das nimmt den handelnden vor Ort lösungsorientiertes Fragen ganz auf ausreden weg und dieses verweisen auf irgendwelche vergangenheiten.
00:50:39: Und wer nicht alles schuld war?
00:50:42: Insofern ist er lösungsorientiertes fragen, da sind immer Journalisten ganz erleichtert.
00:50:46: Wenn ich das dann sage, es sind eigentlich sehr kritische Fragen.
00:50:51: Jetzt haben wir ganz viel darüber geredet wie Journalismus sich verändern kann damit der wirklich mehr Verantwortung auch trägt im Einzwanzigstehundert um als demokratisch stabil zu sein gesund und zukunftsfähig.
00:51:06: Wie sieht das denn bei Unternehmern aus?
00:51:08: Müssen die sich auch weiterentwickeln rein hat, weil ich fand das kurios.
00:51:11: Unser Beispiel des Abends ist immer die Wahl in Sachsen-Anhalt und ich finde es jetzt keine Entwicklung, die sich erst in den letzten Monaten abgezeichnet hat schon seit Jahren anbahnt aber er ist gefühlt.
00:51:20: in den Letzten zwei Wochen vor der Wahl habe ich zum ersten Mal den einen oder anderen Unternehmer gehört, der dann gesagt hat so Leute warte mal was ist denn mit unseren Fachkräften und so.
00:51:30: also da fand ich schon ein bisschen spät.
00:51:32: Ich glaube nicht dass sie dann mit ihrer öffentlichen Positionierung die Leute noch gewonnen haben.
00:51:36: Vermutlich hat es damit zu tun, dass viele Unternehmen sich sagen, das Unternehmen darf sich aus naheliegenden Gründen nicht extrem festlegen auf einzelne Parteien.
00:51:49: Es ist ein pluralistisches Gebilde mit Mitarbeitern, die in unterschiedliche politische Richtungen tendieren.
00:51:59: Aber das sollte den Unternehmen mehr davon abhalten, sehr wohl Stellung zu beziehen und Haltung.
00:52:06: zu Sachthemen, bei denen er sprechfähig ist.
00:52:10: Weil er die Inhalte vielleicht gut kennt aus seiner Arbeitswelt oder hier auch durch Erfahrungen das auch gut begründen kann weshalb er zu manchen nicht nur wissenschaftlichen sondern auch geisteswissenschaftlichem gesellschaftlichen Zusammenhängen die und die Meinung die Haltung vertritt aber nicht unbedingt sagt, okay das entspricht jetzt der einen Partei und die muss es sein.
00:52:37: Sondern es kann ja sein dass man diese verschiedenen einzelnen Sachthemen Ganz klar irgendwo einordnet, wie man dazu steht.
00:52:46: Nur welche politischen Parteien sich dann wie stark darum kümmern?
00:52:50: Das kann man ja den Betrachter überlassen, sich selber seinen Reim draus zu machen.
00:52:55: Weil man jetzt nicht irgendwo eine Beeinflussung machen will, sondern wir sind das CDU-Unternehmen oder das SPD-Unternemen.
00:53:04: Wo man natürlich eine ganz klare Grenze noch ziehen kann auch gegenüber Parteien am Ende ist, dass man sagt ... grundsätzlich gegenüber allen extremistischen Strömungen, dann eine klare Haltung hat oder eine Ablehnung hat.
00:53:20: Egal in welche Richtung und welchem Ende des Spektrums sie auch sein mögen.
00:53:25: Und die sich dadurch zeichnen eben dass dort nur kurzfristige Klischeeverstärkungen stattfinden aber die Sachen nicht zu Ende gedacht werden in Richtung Gemeinwohl.
00:53:41: Also ne klare Positionierung aber einer der Menschen dazu einlädt weiter auch selber nachzudenken oder sich auf den Weg zu machen.
00:53:49: Ich sehe, wir haben noch zwei Minuten.
00:53:50: daher gibt es noch ganz schnelle Hinweise weil wir überziehen mal ein kleines bisschen und nehmen uns nochmal Zeit für zwei Abschlussfragen und die Fragen im Chat bevor sich all die wie ich gerade sehe fast siebzig tausend Menschen auf allen Kanälen die wir bespielen gleich dem Abendessen widmen oder dem restlichen Abend der Hinweis falls Sie gleich los müssen und nicht noch die Q&A mit dabei bleiben.
00:54:13: Wir haben schon in einem Monat den nächsten Event, wir haben nämlich dann das zwanzigste Jubiläum, also eine richtig coole Ausgabe... Nicht der zwanzige Jubilän, aber die zwanzigsste Ausgabeneinjubiläums, so um wenn es das richtig formuliert!
00:54:25: Am zwölften November ist da schon.
00:54:28: alle Infos dazu gibt's auch im Newsletter.
00:54:29: ich glaube er wird gerade vielleicht eingeblendet, einfach abonnieren, dann verpassen sie nix.
00:54:33: Zwei Monate?
00:54:35: Zweimonate ist erst September, oh mein Gott.
00:54:41: Genau.
00:54:41: Wir haben ein wendiges Publikum, was mich hier fact-checkt, wer die Sendung
00:54:45: noch läuft?
00:54:47: Vielleicht muss das so laufen in Zukunft.
00:54:50: Also abonnieren Sie den Newsletter.
00:54:53: dort kriegen sie mir die richtigen Infos.
00:54:57: wir freuen uns wenn wir dann genauso zahlreich sind.
00:54:59: wir haben einen ganz besonderen Gast nämlich Claudia Kämpfert die gerade auch wieder ein Spiegel Bestseller am Laufen hat.
00:55:05: kurz Schluss.
00:55:07: Wir freuen uns schon ungemein drauf.
00:55:09: Das ist nur als Hinweis, falls Sie pünktlich Schluss machen wollen.
00:55:12: Dass es immer mein Anspruch, dass jeder sich auch pünftig wieder auswählen kann.
00:55:15: Da hat er bestimmt versprochen irgendwie ich bin noch eine Stunde weg Schatz oder so Genau und dann kümmere ich mich um die Kinder oder sowas genau.
00:55:23: also damit dieses Versprechen gehalten werden kann.
00:55:26: jetzt zu den letzten zwei Fragen.
00:55:29: Ich muss jetzt nochmal den wirklich.
00:55:33: Wir haben einen Unternehmer unter uns sitzen und das haben wir ganz viel darüber gesprochen, wie wunderbar es sein könnte.
00:55:38: Wenn wir unser Handwerk erweitern wenn Journalisten eine andere Haltung einnehmen ihren Beitrag leisten.
00:55:43: jetzt würde natürlich ein Unternehmer der Unternehmerin fragen ja aber wer bezahlt die Rechnung?
00:55:47: kriegen wir das verkauft?
00:55:48: gibt's da in meinem Medienunternehmen noch?
00:55:51: Ja also lösungsorientierte Berichterstattung schafft Vertrauen und vertrauen ist die Grundlage jeder Geschäftsbeziehungen.
00:55:56: Also das ist schon mal Punkt eins.
00:55:59: Und das Zweite ist, dass wir dank digitaler Möglichkeiten auch heute messen können.
00:56:03: Das beispielsweise bei einer lösungsorientierten Lokalberichterstattung Abonnentinnen und Abonenten länger lesen.
00:56:09: Das heißt die fühlen sich gut informiert und es ist auch wahrscheinlicher, dass sie wiederkommen.
00:56:13: Es ist zu dem Wahrscheinlicher Dass hier Abo nicht kündigen!
00:56:16: Das ist sehr wichtig heutzutage weil die Gewinnung von digitalen Abonnten kommt langsam an Grenzen.
00:56:24: Es ist wahnsinnig wichtig zu verhindern, dass die, die man hat gleich wieder kündigen kann.
00:56:29: auch ein gutes Beispiel vielleicht nennen Die Augsburger Allgemeine kann ich ja auch sagen mit der arbeiten wir unter anderem zusammen weil sie uns in die journalistische Ausbildung integriert, ihren jungen Journalistinnen und Journalisten ermöglichen Newsletter zu konzipieren.
00:56:46: Und das war dann der Good News-Newsletter in Augsburg.
00:56:50: Das war so ein Voloprojekt.
00:56:52: dieser Newsletter ist der mit dem stärksten Wachstum von Volontärin und also von Nachwuchsjournalisten geschrieben.
00:57:04: Das ist am stärksten wachsende Newsletter mit der größten Eröffnungsrate.
00:57:09: Und das sind alles Metriken, die sind superrelevant und natürlich auch bedeutend für das perspektivische Geschäft.
00:57:16: also es erschließt sich glaube ich mit dem gesunden Menschenverstand jedem da.
00:57:21: eine lösungsorientierte Berichterstattung insbesondere für ne Generation Also eine jüngere Generation Die weiß dass sie ganz schön in der Tinte sitzt essentiell ist, um sich überhaupt annähernd gut informiert zu fühlen.
00:57:34: Den immer wieder sagen, dass es schlimm wird reicht halt absolut nicht aus und deswegen wird das tatsächlich auch gut fürs Geschäft sein eben auf Lösungsorientierung zu setzen.
00:57:51: ein Beispiel was ich gerne noch ergänzen würde weil ich das wirklich wunderbar fand im Sinne von eben Es gibt die Lösung dort draußen, genau wo wir sie brauchen ist.
00:57:59: Das glaube ich auch die sächsische Zeitung damit sehr erfolgreich ist.
00:58:02: Sehr viele also.
00:58:03: wir arbeiten derzeit mit neuen Verlagen in ganz Deutschland zusammen und es ist schon auch ein Trend den man beobachten kann, der sich weiter durchsetzt und nicht sozusagen weil's eine gute Sache ist sondern tatsächlich auch weil das sich lohnt.
00:58:16: zum Glück für alle
00:58:17: Zum Glück für alle.
00:58:18: Reinhard hat die Abschlussfrage angenommen, es kommen drei oder vier eine Bar.
00:58:25: Es kommt eine Redakteurin, ein Kommunikationschef und einen Nachrichtschauen der Menschen in einer Bar und sitzen da zusammen.
00:58:31: Wie könnte das ausgehen?
00:58:34: Was könnten die gemeinsam anders machen?
00:58:38: Das
00:58:39: ist ne Frage!
00:58:42: Auf einem Nenner ... Wenn man sich darauf einigt... Man kann Leute nur da abholen, wo sie sind.
00:58:50: Aber das größte Erfolgserlebnis ... Nicht darin besteht sich an den Abholort dazu zu stellen, sondern in die Story, die sich dann entwickelt, wenn man den wirklich zugehört hat und sich auf sie einlässt einen Twist reinzutragen bei dem alle sagen, dass hat mir eine neue Sichtweise eröffnet Die ich vorher so noch nicht kannte.
00:59:16: Das ist ein Erfolgserlebnis, das wirklich Lust macht auf mehr.
00:59:21: Danke dir!
00:59:29: Ich würde sagen ... Um den Witz zu Ende bringen kommen drei Deutsche in eine Bar und plötzlich geht es los.
00:59:38: Es wäre möglich, wir können nach vorne kommen gemeinsam.
00:59:41: Jetzt haben wir zehn Minuten.
00:59:42: Ganz viele Fragen müssen wir ... Das heißt, wir machen jetzt die Blitzrunde zum Abschluss.
00:59:47: Erste Frage?
00:59:48: Wie kann in Situationen wie Interviews umgegangen werden, in denen falsche Behauptungen getroffen werden aber keine direkte Möglichkeit zur Korrektur besteht?
00:59:55: Welche Strategien können da angewendet werden, um Fakten-Checks in solchen Fällen wirksam einzusetzen?
01:00:00: Also ich denke, es geht um eine TV-Runde.
01:00:04: Höre ich da jetzt raus?
01:00:05: Da gibt's natürlich mittlerweile auch technische Möglichkeiten und wie gesagt immer noch mal wirklich prüfen was muss alles live ausgestrahlt werden und was kann möglicherweise auch erst gefact checked und entsprechend dann auch begleitet werden durch die Redaktion.
01:00:20: Da reine Daten und Fakten allein oft nicht überzeugen welche narrativen Methoden wirken besonders überzeugend?
01:00:25: Ich denke da zum Beispiel an Storytelling.
01:00:27: oder gibt es noch andere Ansätze?
01:00:28: frag Doris?
01:00:29: Ja, da gibt es tatsächlich andere Ansätze.
01:00:32: Denken wir mal an Harry Potter.
01:00:34: Harry Potter ist zwar ein Held und wir haben ganz oft Helden in Geschichten wo's vorangeht aber der hat auch Freunde.
01:00:43: Gemeinsam schaffen sie was Großes und besiegen das Böse.
01:00:47: Dieser Storytelling-Ansatz auch gerade wenn es um Klimaturnalismus geht wäre ein sehr effektiver denn immer auf Greta Thunberg oder andere Leuchttür mitzusetzen Erzeugt im Publikum den Eindruck, das schaffe ich eh nicht.
01:01:03: Also so treu bin ich nicht!
01:01:05: Ich kann es auch lassen.
01:01:06: aber wenn man Menschen mit Stärken und aber auch mit Schwächen sieht die gemeinsam was schaffen, kann man sich eher vorstellen tatsächlich auch etwas zu tun.
01:01:16: Holger schreibt, das Gespräch bleibt leider auch dabei stehen, dass es unter Demokraten normal sein sollte auf Positionen oder Umpositionen zu regnen.
01:01:24: Die Herausforderung ist aber der Umgang mit AfD und ihren Wählern.
01:01:27: wie sollten?
01:01:28: Und könnten diese in einem lösungsorientierten Journalismus oder Diskurs eingebunden werden?
01:01:32: Das hat er um acht zu nur sechsundfünfzig geschrieben.
01:01:35: also das heißt dann ist jetzt wohl höchste Zeit, dass wir da noch eine Antwort liefern.
01:01:38: Das war nämlich schon zum Ende unseres Gespräches gerne Antwort von allen.
01:01:42: daher der Ball zu dir rein hat.
01:01:49: Ich würde AfD-Wähler, wenn sie noch zuhören wollen.
01:01:54: Das wird die große Schwierigkeit.
01:01:56: Selbst wenn man die abgeholt hat, ist es manchmal schwierig ... Wenn man merkt, das geht in eine Weiterung des Horizons, dass man da nicht wieder ausweichen möchte.
01:02:10: Eine interessante Frage wäre immer was kommt danach?
01:02:13: Wie entwickelt sich das langfristig?
01:02:15: Weil kurzfristig ist das immer alles irgendwie, hat so seine vermeintliche Logik und dann werden alle Probleme gelöst.
01:02:22: Aber was kommt danach?
01:02:24: Wie dauerhaft ist es?
01:02:25: Wie passt das nachher zusammen?
01:02:26: Wie ist das vereinbar?
01:02:28: Wie können andere auch umstehende, auch andere Länder in Summe damit wirklich glücklich werden?
01:02:35: Wie isst das zu Ende gedacht?
01:02:37: Ich denke, dass ist eines der Schwachpunkte der ganzen populistischen Theorien, die nicht zu Ende gedacht sind.
01:02:47: Es kann ja nicht nur drehen, sondern wir bauen Verständnis auf damit das Gegenüber was lernt.
01:02:53: Wahrscheinlich müssen wir selber erst mal etwas lernen oder?
01:02:56: Ja ich finde es ganz wichtig zwischen Verständnissen und verstehen wollen zu unterscheiden Und ich habe ganz gute Erfahrungen gemacht, natürlich jetzt nicht in Live-Sendung.
01:03:03: Aber wenn man erstmal mit Leuten auch mit Menschen die AfD wählen ins Gespräch kommt und versucht wirklich ernsthaft zu verstehen was geht vor?
01:03:11: Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einem Veranstaltungstechniker als der Hörtig-Bündner Analystin hat gesagt oh Gott!
01:03:17: Also den kann man auf gar keinen Fall vertrauen.
01:03:19: das ist eben vollkommen klar.
01:03:21: und dann hab' ich gesagt wann hatte denn das erste mal das gemerkt Und er hat gesagt, das war in der Corona-Pandemie.
01:03:29: Am Anfang war er noch immer ganz dabei bei den Maßnahmen aber hinterher hat er sich gar nicht mehr gesehen gefühlt und es war so schlimm weil sie konnten die Oma nicht besuchen Weihnachten.
01:03:39: Ich habe einfach wirklich zugehört dass ich verstehe, dass das schlimm war für ihn.
01:03:44: Und am Ende hat der gesagt Journalisten sind zwar wirklich nicht vertrauenswürdig aber ich wäre zum Beispiel okay und ich glaube im Sinne von Erwartungsmanagement ist es ganz wichtig, dass wir uns klar machen müssen was können wir denn überhaupt in einem einzigen Gespräch erreichen?
01:04:01: Ich glaub das ist einfach nur eine Tür eventuell öffnen!
01:04:06: Hier noch eine längere Frage und ich glaube wir stellen auch mal einer an dich, Lilly in der ersten Reihe.
01:04:10: Mir fehlt in dieser Debatte leider immer die Medienmacht von großen Verlagen, siehe Springer und die bewusste Anstachelung von Rage-Batenpolarisierung einfach weil das Klicks und Leser bringt?
01:04:19: Ich weiß als Journalistin gar nicht wie man gegen diese Flut von inflationären Teilügen und Desformationen über große Kanäle ankommen soll.
01:04:26: Zudem ist der Journalismus noch viel zu akademisch geprägt, was uns teilweise auf die Füße fällt.
01:04:30: Weil Sozialpolitiken Kürzungen eher auf Regierungslinie verhandelt werden und nicht aus der Sicht der Menschen, die davon betroffen sind, schreibt eine Redakteur in einer kleinen Zeitung.
01:04:41: Ja das ist so ein bisschen auch der Grund warum ich angefangen habe mit meinen Videos.
01:04:48: zum einen weil ich aus meiner Hilflosigkeit rauskommen wollte, weil ich nicht meinen drei Kindern irgendwann mal sagen wollte Ich hab es gesehen, ich hab's gemerkt und ich habe aber nichts gemacht.
01:04:58: Und zum anderen, weil ich viele Freundinnen in meinem Umfeld habe die super engagierte Mütter sind und viel dort machen und mir dann immer sagen das ist ja super interessant was du da erzählst.
01:05:11: aber ich hab gar nicht die Kapazität mich da so tief einzulesen und deswegen habe ich im Prinzip also auch immer meine Freundin ein bisschen im Blick wenn ich meine Videos mache dass ich eben versuche, die Dinge so zu erklären.
01:05:27: Dass man so eine grundsätzliche Ahnung davon bekommt.
01:05:31: und dann ist es ja so wenn ich mich dafür interessiere.
01:05:37: Dann kann ich weiter ins Internet gehen in den Artikel vom Spiegel mir anschauen, der vielleicht hinter einer Paywall ist.
01:05:45: Aber wo ich vielleicht vorher gar nicht drauf gekommen wäre weil ich mich eben für dieses Thema gar nicht interessiert hätte.
01:05:51: aber da haben sie halt bei mir an der Seite vielleicht einmal vorbeigeswappt und haben gedacht Mensch da interessiere ich mich jetzt doch dafür und recherchier mal selber.
01:06:00: das ist glaube ich die Art und Weise wie man vielleicht irgendwie auch sagt dass wir Content Creator und etablierte Medien zusammenarbeiten können Und wie man eben das hinbekommt, dass man gegen diese Informationsflut oder da muss ich ganz ehrlich sagen hätte ich die Lösung würde ich es tun.
01:06:24: Ich glaube, dass wir alle in der Verantwortung sind tatsächlich als gesellschaftliches Korrektiv zu funktionieren und vielleicht auch wenn man mit AfD-Wählern spricht, tatsächlich mal fragen was ist denn wirklich das Problem?
01:06:42: Ist es problem der Ausländer oder ist das Problem die Zukunftsangst?
01:06:47: und woran würde ich dann merken dass das Problem nicht mehr da ist.
01:06:52: Merke ich daran dass Ali nicht mehr dar ist oder dass sich eben keine Zukunfts angst mehr habe und dass ich das vielleicht auch einfach nur projeziere dort konstruktiv vorangehen können, um auch eben die Wähler der AfD wieder zurückzuholen in die gesellschaftliche Mitte.
01:07:11: Weil ich bin der festen Überzeugung und das sagen auch die Studien tatsächlich, die sind nicht alle rechtsradikal.
01:07:18: Danke dir Willi!
01:07:24: Und progressiv trifft Konzerativ scheint sich auch umgesprochen zu haben.
01:07:28: also hier sagt jemand ein hervorragendes Beispiel.
01:07:31: Wir haben noch eine Minute.
01:07:32: noch ganz zwei schnelle Fragen.
01:07:34: Schauen wir mal kurz.
01:07:35: Ich hatte noch eine für.
01:07:41: Ich
01:07:49: habe die Frage nicht ganz verstanden.
01:07:51: Ich hab sie jetzt leider gerade auch schon gelöscht, aber ...
01:07:57: Ich
01:07:58: glaube, du hattest gesagt.
01:08:00: Dazu Lernbedarf.
01:08:01: lässt sich das auch auf die Motivation der Leserschaft übertragen?
01:08:05: Es schwingt vielleicht eine Unterstellung mit.
01:08:10: Das hängt davon ab, wie geschickt man Neugierde wecken kann und jeder Mensch hat ein gewisses Potenzial an Neugirn.
01:08:18: Das ist mal stärker, schwächer ausgeprägt, spitzer Mal ... Mal breiter irgendwo gesehen, aber man kann es treffen.
01:08:26: Und das ist die große Herausforderung zu sondieren.
01:08:29: Wo haben die Leute ihre Neugier-Trigger?
01:08:32: Um zu wissen was steckt denn eben doch ein Stückchen weiter hinter?
01:08:37: und da muss man halt mit dem arbeiten, was man vorfindet.
01:08:39: Das ist manchmal nur ein kleineres Potenzial.
01:08:41: Aber für die Betroffenen ist es möglicherweise ein viel größeres Erlebnis weil sie in eine ganz ... Sie haben ja nur sich selber als Benchmark.
01:08:52: Was hält Ellen von dem Projekt Sprechen und Zuhören?
01:08:58: Es gibt sehr viele neue Ansätze.
01:09:02: Ich bin durch Mainz gefahren, hier gab es auch zusammenkochen am dritten Oktober.
01:09:10: Wir haben eine Stunde Reden entwickelt.
01:09:16: ganz begeistert, dass das eben viele Menschen spielen die in Unternehmen sitzen.
01:09:21: Die in der VHS arbeiten, in Schulen wird es gespielt und auch das genannte Beispiel ganz hervorragend war nach meiner Erfahrung.
01:09:32: wir haben immer das Gefühl mein Gott ganz Deutschland ist voll von Extremisten.
01:09:35: wenn man dann an solchen Formaten teilnimmt dann merkt man die meisten Leute sind irgendwo auf einem normalen Spektrum unterwegs Und das ist sehr wohltrund.
01:09:47: Also es sagen immer alle, wo sind dann jetzt die extremen Autofahrer oder die extrémen Rechten?
01:09:53: Sag ich, naja, das ist ja auch so ein bisschen immer der Querschnitt unseres Landes.
01:09:57: wir sind nicht so extrem wie es eben auch leider durch Medien häufig vermittelt wird.
01:10:04: Das ist doch eigentlich ein schönes Schlussstatement.
01:10:07: also zu schauen, wo könnte das gegenüber eine Angst haben?
01:10:11: Sondern auch die eigene Angst ablegen überhaupt erst auf das Gegenüber zuzugehen.
01:10:15: Sondern wirklich den Schritt machen sich trauen rauszugehen mit den Menschen zu reden, zuzuhören und zu schauen was dann entsteht.
01:10:21: Vielen vielen Dank Ellen dass heute da war's.
01:10:33: Danke dir Lilly für die kurzen Impulse aus der ersten Reihe Und ich freue mich, dich wiederzusehen Reinhardt in zwei Monaten am zwölften November dann mit Claudia Kämpferthier auf der Bühne.
01:10:58: Damit wünsche ich einen schönen Abend und wir verabschieden uns heute Abend noch mit ein paar weiteren Gedanken!
01:11:32: was wir erneuern.
01:11:39: In einer Zeit der Ungewissheit ist es leicht, stillzustehen sich von der Angst leiten zu lassen.
01:11:51: doch echte Stärke
01:11:53: zeigt sich
01:11:53: nicht im Verzicht
01:11:56: sie zeigt sich in
01:11:57: Mut die Dinge neu zu denken aus Endlichkeit einen ewigen Kreislauf zu machen.
01:12:11: Werkzeuge haben das Wissen.
01:12:18: Wir haben die Kraft Wirtschaft und Natur wieder in Einklang zu bringen.
01:12:27: Stimmt Zögern, die heute schon handeln?
01:12:37: Du Versichtlichen!
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